HETZJAGD

1 Nächtlicher Zwischenfall Unvermittelt begannen die Lichter zu flackern, wie eine Flamme im starken Wind. Georg Preis blickte besorgt zur Decke hinauf. In den Händen hielt er eine aktuelle Ausgabe des Fokus. Der Stuhl knarrte bei der geringsten Bewegung und diesmal klang das Knarren etwas beängstigend. "Ihr werdet doch wohl nicht den Geist auf geben!" hoffte der Wächter. Wie als Antwort oder einfach nur um der Forderung gerecht zu werden, leuchteten sie wieder klar und einwandfrei. "So ist's gut", meinte Preis besänftigt und wandte sich seiner Zeitschrift zu. Der Artikel, den er aufgeschlagen hatte, beschäftigte sich mit Flugzeugabstürzen, die in der letzten Zeit enorm zugenommen hatten. Irgendwo, erinnerte er sich, er einmal gelesen, daß - rein statistisch gesehen - Fliegen sicherer wäre als Auto- oder Schiffahren. Doch nun war er sich da nicht mehr so sicher. Georg sah auf und trank einen zaghaften Schluck vom brühheißen Kaffee, den er sich vor zehn Minuten gekocht hatte. Die Überwachungsanlage, insgesamt 23 Terminals umfassend, deren Kameras zwischen fünf Einstellungen in einem Abstand von fünf Minuten wechselten, war für einen kleinen Moment nicht mit Strom versorgt. Die Bilder zuckten kurz zu einem Punkt zusammen, um daraufhin wieder aufzuflackern und ein ungetrübtes, ruhiges Bild zeigen. Ist das Notstromagregat etwa wieder im Eimer?, fragte sich der Wächter. Der Gebäudekomplex oder zumindest die überwachungspflichtigen Einheiten, wurden von einem internen Notstromagregat versorgt, das leider noch nicht ganz in Ordnung war und des öfteren schon Probleme bereitet hatte. Preis wartete einen Moment, doch das Licht über ihn beleuchtete seinen Arbeitsplatz einwandfrei. Der Wächter wand sich wieder dem Flugzeugartikel zu, trank Kaffee und sah von Zeit zu Zeit auf die Terminals. So vergingen einige Minuten der Stille, wenn man das flehende Heulen des Sturms, der draußen um die Ecken pfiff und Schnee durch die Landschaft wirbelte, außer acht ließ. Plötzlich, ohne ein Flackern, saß er im Dunkeln. "Scheiße!" fluchte er. Man konnte nicht einmal die Hand vor Augen sehen. Der Wind fauchte weiter und nach und nach bekam er es mit der Angst zu tun. Obschon er des öfteren Zwischenfälle erlebt hatte, bedrückte ihn die Stille und das Heulen des Windes immer mehr. Meine Augen müssen sich doch bald an die Dunkelheit gewöhnt haben, hoffte er. In der Tat gelang es ihm nach einigen Minuten des Wartens dunkle Schatten, Silhouetten von Gegenständen und seine Hände zu erkennen. Georg wußte, daß er hier nicht einfach rumsitzen und warten konnte, bis der Strom sich von selbst wieder einschaltete. Vielleicht war ja auch nur eine Sicherung durchgebrannt. Der Wächter erhob sich vom Knarren des Stuhl begleitet und ertastete Gegenstände in der unmittelbaren Nähe. Fluchend stieß er mit den Schienbein gegen die Kannte des Tisches, auf dem sich die Monitore befanden, dessen Bildröhren sich noch nicht ganz abgekühlt hatten und einen matten, dunkelgrünen Schimmer auf den Bildschirmen zeigten. Doch mit seinem Stoß kam die Kaffeetasse in Bewegung und fiel zu Boden. Heißer Kaffee ergoß über seine Hose. "Arrrg!" Der Schmerz war ziemlich schlimm; verging jedoch genau so schnell, wie er gekommen war. Nur ein unterschwelliges Brennen blieb noch bestehen. Die Scherben des Kaffeetopfes verstreuten sich auf dem Boden. Georg tastete sich am Stuhl vorbei. Ohne einen zweiten Zusammenstoß schritt er weiter in die Richtung, wo er die Tür glaubte. Der Sicherungskasten befand sich im Untergeschoß und deshalb mußte er den Überwachungsraum verlassen. Unvermittelt stieß er mit dem Kopf voran gegen die Tür. Wenn ich diesen blöden Sicherungskasten erreicht habe, werde ich wohl mehr Beulen als Haut haben, dachte er verdrossen. Der Wächter trat einen Schritt zurück um die Tür zu öffnen. Draußen im Korridor war es noch kälter als drinnen, da die Heizkörper ausgeschaltet waren. Ein Grund, warum er sich heißen Kaffee und Tee machte, wenn er Nachtwache schob. Gut das ich auf meine Frau gehört habe, freute er sich und zog den Reißverschluß des Parkas bis zum Anschlag hoch. Für einem Moment wußte er nicht, welche Richtung er wählen sollte. Fast hätte er sich für rechts, wo der Aufzug sich befand, entschieden, doch im gleichen Augenblick wurde ihm klar, daß ohne Strom wohl nur die Treppe übrig blieb. Durch die Dunkelheit, immer an der Wand entlang tastend, schob er sich zum Treppenhaus voran. Der Wind schien lauter zu heulen. Georgs Nackenhaare sträubten sich, als er etwas Knacken hörte. Abrupt verharrte er. Stille, bis auf das Fauchen des Windes ... und ... - knack! - Hab mich getäuscht, es ist nichts, bis auf - Wieder dieses Knacken ... Sofort wandte er sich um, ein Quietschen erfüllte den Gang. "Ist da jemand?" Preis zuckte zusammen. Seine Stimme hatte ihm einen gemeinen Streich gespielt. Hier im Korridor verzerrte sie sich zu einem dunklen, rauhen Ton. Der Wächter drückte sich sanft die Hand auf die Brust, unter der sein Herz unregelmäßig hämmerte. Jetzt hör auf mit deinen Phantasien, dies ist die Realität und nicht irgendein drittklassiger Horrorstreifen! "Vernunft, rationale Vernunft", rezitierte er, "brachte ihn in dieser Situation zum Ziel." Georg atmete tief ein und aus, bis er sich ganz im Griff zu haben glaubte. Wo war ihm denn dieser heilende Satz unter die Nase gekommen? Egal. Es half. Und jetzt such' diesen Sicherungskasten! Er drehte sich wieder um. Einen Fuß vor den anderen setzend und mit den Händen um sich tastend erreichte er die Schwingtür, die ins Treppenhaus führte. Dort war es feucht und noch kälter. Durch ein Fenster fiel matter Schein, der sich geisterhaft auf dem Boden zerstreute. Das Dröhnen des Windes schwoll zu einem Kreischen an. Es war, als ob er direkt auf einem Feld, ungeschützt und allein, gegen den Wind lief. Mit der linken Hand sich am Geländer festhaltend nahm er die ersten sieben Stufen. Die Schritte klangen metallisch auf den Stufen. Das Herz hämmerte ihm wie irrsinniger Schmiedehammer und mit jeder genommenen Stufe schneller schienen sich kalte Schraubstockbacken um seinen Kopf zu krallen. Schlagartig erklang ein stürmisches Klopfen. Immer locker und ruhig, du hast das Untergeschoß bestimmt gleich erreicht. Einfacher gesagt als getan. Wieder stiegen Ahnungen und Ängste in dem Wächter auf. Er fühlte sich so winzig klein und machtlos. Hagelkörner! schoß es ihm durch den Kopf. Ja, das war eine ganz normale und vor allem glaubwürdige Erklärung. Der Schnee hatte sich in Hagelkörner verwandelt und die schlugen nun gegen das Fenster weiter oben. Nach ein paar Schritten erreichte Preis die Schwingtür. Als er in den Flur des Untergeschosses trat atmete er auf. Jetzt war es nicht mehr weit bis zum Ziel seiner nächtlichen Wanderung. Hier unten befanden sich Labore und andere wichtige Räume. Die Kameras waren hauptsächlich in diesen Räumen installiert. Georg Preis fühlte sich angespannt und ängstlich, war aber glücklich in wenigen Minuten wieder durch erleuchtete Gänge wandern zu können. Von dieser Aussicht angetrieben lief er jetzt schneller durch den Korridor. Preis mußte am Ende des Ganges in einen Zweiten abbiegen und an dessen Ende befand sich ein Feuerlöscher und der Sicherungskasten, so erinnerte er sich jedenfalls. Als er die Kurve erreichte schlug sein Herz schneller. Der Wächter rannte fast, die Hände wie ein Nachtwanderer von sich gestreckt. Beinahe stieß er mit der Nase gegen den Kasten. Georg kramte in seiner Hose nach dem Schlüsselbund mit dem Universalschlüssel für alle Räume und anderen Schlüsseln, dessen Bedeutung er sich gerade nicht erinnerte. Das Klimpern der gegeneinander stoßenden Schlüssel erfüllte ihn mit Freude. Auf Anhieb hatte er den richtigen gefunden, schloß den Kasten auf, da sah er sich einem weiteren Problem gegenüber: Licht fehlte, um die defekte Sicherung ausmachen zu können. An eine Taschenlampe hättest du denken müssen, du Trottel! Jetzt mußt du umkehren und eine holen, oder was willst du machen? Krampfhaft überlegte er, was Abhilfe schaffen konnte. "Mein Feuerzeug!" Dieses Mal verzerrte der Klang der Stimme sich nicht. Sofort prüfte Georg die Hosentaschen, - jedoch erfolglos. "Shit happends!" Zum Teufel nochmal, wo hatte er das verdammte Feuerzeug? Der Wächter konnte sich nicht erinnern es im Überwachungsraum auf dem Schaltpult liegen gelassen zu haben. Außerdem hatte er noch nicht geraucht in dieser Nacht, es war noch nicht einmal Mitternacht. Meistens rauchte er nur bei den Rundgängen, die zu seiner Schicht gehörten. Ihm kam eine Idee. Preis zog rasch den Reißverschluß des Parkas runter und fand das Feuerzeug unter dem Sweat-Shirt in der kleinen Tasche seines Hemdes, sowie eine Schachtel Zigaretten. Noch nie war er so froh gewesen ein Raucher zu sein. Durch die gegebenen Umstände war ihm das Feuerzeug plötzlich so viel wert, wie ein Schweizer Nummernkonto. Das kleine Rädchen drehte sich unter dem Druck des Daumen. Richhh - Das Flämmchen zischte in der Dunkelheit. Vor sich konnte er den offenen Kasten erkennen. Er vertiefte sich gerade in die Schaltungen und Drähte als - Ein dumpfer Knall donnerte durch den Korridor. Der Wächter zuckte zusammen, das Feuerzeug fiel zu Boden und die Flamme verlosch. Georgs Herz schlug rasend schnell, denn das war kein Hagelkorn oder Blitz oder was auch immer ... Auf einmal war er nicht mehr allein, wie er glaubte. Wieder dieses Knallen. Wieder und wieder. Schauder und Angst erfaßten den Mann. Es klackte unaufhörlich. Das sind Schritte, da bewegt sich jemand oder etwas! O Gott! Schweiß trat ihm aus den Poren, lief über die Stirn und plötzlich war ihm nicht mehr kalt oder gar langweilig. Nein ganz und gar nicht! Die Schritte kamen näher! Er war sich ganz sicher. Der Wächter bückte sich nach dem Feuerzeug, weil er hoffte so etwas erreichen zu können. Angst brandete gegen seinen Verstand. Er versuchte krampfhaft kühlen Kopf zu bewahren, der Situation gegenüber zu treten und wie ein Mann zu kämpfen. Das Knurren wich einem Hecheln oder nahm da Etwas Witterung auf? Blitzartig hatte er eine Ahnung. Jedoch er konnte diesen Gedanken nicht zu Ende führen, als das Etwas enorm schnell auf ihn zu kam. Ein grollendes Knurren um ihn herum und schlagartig wurde ihm klar, daß es zu spät war. Sie hatten ihn eingekreist. "NEEEIIIN! GEHT WEG, HAUT AB!" schrie er vor Verzweiflung. Instinktiv wich er gegen die Wand. Doch die Schritte oder wie auch immer sich die Viecher fortbewegten kamen unerbittlich und nach Blut gierend näher. Links glaubte er einen Schatten in seiner unmittelbaren Nähe entdeckt zu haben. Im nächsten Augenblick griff etwas an. Er zuckte zusammen, als rasender Schmerz in seiner Wade explodierte: "AAAAHHHH!" Als Antwort erklang ein gieriges, guturales Knurren. Es klang wie eine elektrische Säge, dessen Sägeblatt in der Luft schwirrte und surrte. (DER FEUERWEHRLÖSCHER, DEINE LETZTE RETTUNG!) Der Wächter tastete vergeblich an der Wand nach dem Feuerwehrlöscher, als seine Hand in das Fell des - Sofort wurde die Hand gepackt. Rasende, brennende Schmerzen loderten auf und splitterten zu unendlichen Qualen. Es ist zu spät, sie haben dich umzingelt! In der anderen Hand hielt er noch das Feuerzeug. Er drehte am Rädchen und was er da sah, raubte ihn jeglichen Verstand. Seine Hand ... ... seine Hand ... sie war weg! Blut ergoß sich zu Boden wie ein Wasserschwall. Dann sprangen sie ihn an. Das Feurzeug flog weg und jetzt gab es kein Entrinnen mehr. Dunkelheit und Finsternis herrschten und der Tod war so ihm so nah wie noch nie! Schmerzwehen in den Beinen, Armen und in der Magengegend. Der Wächter schrie hilflos. Wieder und wieder litt er Schmerzen. Ihm wurde klar, daß stählerne Gebisse ihn zerrissen und zerrten, wie ein Tigerhai seine Beute zerfetzt. Atemberaubende und überdimensionale Schmerzwehen zischten durch seinen Körper, als etwas sich an seiner Kehle zu schaffen machte. Die Schreie des Wächter gingen in ein Röcheln über. Dann war nur noch das Heulen des Windes vernehmbar. 2 Der halbtote Hund Dichtes Schneegestöber preßte sich gegen die Windschutzscheibe. Der leichte Sturm machte ein normales Vorankommen so gut wie unmöglich, es sei denn, man hatte den Verstand verloren und wollte sich zu Tode fahren. Die Straße war eine einzige Schneedecke und die Räder des VW Golf faßten nur schlecht. Obschon er seinen Fahrstil dem Wetter anpaßte und langsam und vor allem vorsichtig fuhr, war er schon dreimal ins Schleudern geraten. Nichtsdestotrotz, er war erfüllt von Freude und Glück. Auf der Autobahn war er schneller voran gekommen, da mindestens eine Fahrbahn total von Schnee befreit worden war. Der rege Verkehr tat sein übriges, so daß die Fahrt zwar anstrengend, aber nicht so nervenaufreibend gewesen war, wie jetzt. Danny, der die erste Klasse der Grundschule besuchte, lag hinten auf der Rückbank angeschnallt und schlief. Während der langen Fahrt hatten sie Lieder gesungen, Gegenstände raten oder andere Spiele gespielt. Und was das Schönste war, sie hatten wieder gelacht. Stefan konzentrierte sich weiter auf die Straße, bremste von Zeit zu Zeit ab, wenn es nötig war. Sein Verfolger hatte schon zweimal versucht ihn zu überholen und einmal wäre der Wagen mit dem Golf fast zusammengestoßen. Deswegen riskierte er in immer wieder einen flüchtigen Blick in den Rückspiegel, ob das nachfahrende Auto nicht ein drittes Mal zum Überholen ansetzte. Und er brauchte nicht lang auszuharren, bis der Nachfolger wirklich ein drittes Mal überholen wollte. Stefan haßte solche Typen, die ewig unter Zeitdruck standen. Ihm war nicht daran gelegen sich zu Tode zu fahren oder einen normalen Unfall zu bauen, nein, nicht im geringsten. Etwas Wut brodelte in ihm, da die grellen Scheinwerfer des Verfolgers näher kamen. Es war schwierig seine Konzentration nur auf die Straße zu richten, wenn man befürchten mußte, daß ein Zusammenstoß bevor stand. Unsicherheit keimte in ihm, wie die Saat des Schreckens. Der Mercedes fuhr nun direkt neben ihm. Schneemassen schlugen gegen die Fahrerseite des Volkswagen. Verkrampft lenkte Stefan gegen, um nicht ins Schleudern zu geraten. Wie kann man nur so rücksichtslos sein!? Der Überholvorgang war schon fast abgeschlossen, da passierte es! Keiner der Im Bruchteil einer Sekunde sprang etwas auf die Windschutzscheibe des Golfs, überkugelte sich und landete auf der Motorhaube des nebenher fahrenden Autos. Instinktiv traten beide sofort auf die Bremse, so daß die Hecks der beiden Autos zusammen stießen. Sie waren doch ins Schleudern geraten. Glücklicher Weise war nichts weiter passiert, als das die beiden Autos leicht zusammen stießen. So schnell wie es eben ging brachten die beiden Fahrer ihre Fahrzeuge am Straßenrand zum Stehen. Auf der Windschutzscheibe des Golfs klebte eine dickflüssige Masse. Stefan sah genauer hin und erkannte Blut! Neuerliche Angst breitete sich in ihm aus. Hatte er etwas überfahren? Dieser Gedanke beschwor einige Erinnerungen herauf. Erinnerungen die er lieber in der Vertiefung seines Unterbewußtseins vergraben gelassen hätte. - klopf! klopf! - Stefan zuckte zusammen. Der andere Fahrer stand draußen neben der Tür und hatte gegen das Seitenfenster geklopft. Jetzt gestikulierte er Stefan das Fenster herunter zu kurbeln. Offenbar wollte er sich mit ihm unterhalten. Schnell kurbelte er das Fenster runter und dicke Schneeflocken wehten in das Auto.Die Kälte war eisig. "Ich komme raus, mein kleiner erfriert sonst!" Man mußte Schreien, so laut tobte der Storm. Stefan kurbelte das Fenster wieder hoch, zog sich seine Winterjacke über und stieg aus dem Auto. Der Fahrer des anderen Autos war ein Mann mittleren Alters. Stefan schätzte sein Alter auf Anfang fünfzig. Er stellte sich als Peter Karsten vor. "Mein Name ist Stefan Lauterbach, wie der Ort!", erwiderte Stefan. Den beiden Männer wurden in wenigen Augenblicken bewußt, das sie Angst verspüren nach zu schauen was sie an- oder gar überfahren hatten. Sie zögerten es so weit wie nur möglich heraus. "Kommen Sie, wir müssen nach schauen!", faßte Stefan den Entschluß. Ein Nicken des Fremden bestätigte die Entscheidung. Trotz der Scheinwerfer der beiden Fahrzeuge war die Sichtweite enorm eigeschränkt. Der eiskalte Wind verbiß sich in ihren Wangen, zerzauste die Haare und die all gegenwärtige Kälte drang tiefer und tiefer in die Körper der Männer, schien sie fast zur Gänze zu erfüllen und das in wenigen Augenblicken. Dichte Schneewehen säumten die Straßenseiten, erinnerten an Sanddühnen. Der Hagel war nur kurz gewesen und jetzt war Stefan dankbar dafür. Er konnte sich kaum vorstellen durch einen Hagelregen nach etwas oder jemanden zu suchen, währen eisige Tennisbälle ihn bomabrdierten und verletzten. In der Angst einen Menschen überfahren zu haben, kamen sie bei ihrer Suche nur schwer voran. Als sie die vermeindliche Stelle entdeckt hatten, wo die Autos zusammen gestoßen waren, bemerkten sie, daß der Zusammenstoß die Fahrzeuge nicht beschädigt hatte. Augenblicklich stießen sie auf einen Umriß. Bei gründlicher Betrachten stellte es den Umriß eines Fuchses oder eines anderen Vierbeiners dar. Eine dichte Schneedecke bedeckte das Tier. Zumindestens war es kein Mensch, ein kleiner Trost, aber trotzdem: Gott sei Dank!, dachten sie beide und war sich dessen nur alzu bewußt.. Sie knieten nieder und gruben im Schnee. Dummer Weise hatte keiner der beiden Männer Handschuhe übergezogen, so daß ihre Händen nach wenigen Sekunden steif wurden. Das Tier bewegte sich mit einem Mal. Der Schnee sakte nach unten und sie erkannten eine der vier Pfoten, die aus dem Schnee ragte. Die war total weis und verfilzt. "Wir müssen uns beeilen, sonst erfriert es!", rief Peter. Trotz ihrer Schmerzen legten sie, so schnell es eben ging, den Vierbeiner frei. Der bewegte sich noch immer und so schafften sie es den Hund aus zu graben. Das ganze Fell war über und über mit Schnee bedeckt und durchnäßt. Der Hund konnte sich kaum noch bewegen. Offenkundig erlitt er einen Schock oder etwas dergleichen. Peter sprang auf, rannte weg und kam nach wenigen Augenblicken mit einer Decke wieder. Während seiner Abwesenheit kümmerte sich Stefan weiter um den Hund, der vor Kälte schlotterte und zuckte.
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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Erstellt von: Badfinger
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