Musik und Schreiben – eine Symbiose der Inspiration

Gedanken zum Thema Kreativität und seine Ausprägungen Wer mich aus dem Real-life kennt, der weiß, dass ich Musik, Metal, Rock, Blues und viel mehr, einfach liebe. Für mich sind Bücher und Musik sozusagen die Grundnahrung, das brauche ich damit ich glücklich bin. Hinzu kommt, dass, auch wenn ich kein Instrument spielen kann (nur früher ein wenig auf dem Klavier klimperte), ich mich schon immer für Musik interessiert habe. Biographien von Elvis Presley oder Jerry Lee Lewis, Jimi Hendrix oder John Lennon, habe ich mit Begeisterung gelesen und auch sonst, informiere ich mich. Aber die Musik ist für mich auch wichtig beim Schreiben. Letztes Beispiel, wie Musik mich beeinflussen kann, ist die begonnene Serie „Bis die Sonne erwacht und das Leben erlischt“, die ich zu dem Song „Until we touch the burning sun“ von Thunderstone geschrieben habe. Beim Schreiben fühlte ich mich dann in einer Welt zuhause, die dieses Lied besang und ich wusste, es war der passende Song für meine Geschichte, oder zumindest für die beiden Folgen. Ich habe auch Geschichten geschrieben, die von Songs inspiriert worden. Geistertanz, war die erste Story, die aus dem Song „Dread and the fugetive mind“ von MEGADETH entstand. Ein weiteres Experiment unternahm ich mit „Ecstasy“, das zu den Songs „Breadline“ und „Ecstasy“, ebenfalls von MEGADETH, geschrieben wurde. Auch meine etwas gewöhnungsbedürftige Story „Der Tod eines Clowns“ entstand aus einem Lied heraus. Nämlich der Klassiker „The death of a clown“ von THE KINKS. Was mich daran so beeindruckt, ist dass, diese Geschichten dadurch viel mehr Tiefe erhalten und dies gilt auch für die Songs. Ich weiß, dass Manche beim Lesen Musik hören, aber das habe ich erst einmal gemacht und es lief nicht so gut. Auch Soundtracks, sind da eher etwas schwierig. Wenn ich sie höre, dann denke ich an die Filme und sehe die Szenen vor mir. Außer, so wird mir gerade klar, bei meiner Story „Das verlorene Drachenlied“, wo ich den Soundtrack zu Princess Mononoke laufen ließ. Warum ich das hier überhaupt schreibe? Nun ja, wenn man sich mit einem Thema auseinander setzt, erkennt dass Kunst oder sagen wir besser Kreativität so vielschichtig ist, frage ich mich, was genau denn da passiert, was dieses Schreiben, dieses Handwerk zu einem Genuss macht. Es ist ein wenig, wie wenn ich einfach mit Photoshop herum bastele und Musik in meine Ohren dröhnt, nur geht es mir hier, um den Einfluss auf meine Geschichte und das Gefühl dazu. Musik und Geschichten, bzw. das Geschriebene generell, haben vieles gemeinsam, würde ich sagen und das mag nicht nur daher ruhe, dass man zuerst den Klang eines Wortes kennen muss, um es auch wirklich zu verstehen. Das Singen ist älter als das Gesagte und erst Recht als das Geschriebene; funktioniert aber wohl nach dem gleichen Prinzip. Am Anfang, im Intro oder Opening, werden wir, gleich wie in der Geschichte, mit den Grundzügen des Songs, der Grundmelodie vertraut gemacht. Rhythmus ist der Schlüssel. So auch in einer Erzählung. Hier setzten wir Atmosphäre, öffnen die Bühne für unsere Hauptakteure. Dies kann, mit einem brachialen Riff geschehen, Klavierklänge, die einen langsam in die Tiefe der Unendlichkeit versinken lassen. Im Geschriebenen bedeutet dass, das wir gleich in medias res beginnen oder langsam, Satz für Satz, das Bild zeichnen, den Leser bei der Hand nehmen und durch unsere Welt führen. Für mich macht sich das auch bewusst in meiner Story Geistertanz, wie ähnlich sie dem Song ist. Sie erzählt eine andere Geschichte, als der Song, aber sie kann von der gleichen Welt sein. Im Song geht es mit einem kräftigen Gitarrensound los, der einfach auf dich losbricht, wie eine Faust, die dir ins Gesicht schlägt. In meiner Geschichte, beginne ich mit einem Monolog des Protagonisten, wie er klar macht, dass egal, was die Dämonen tun, er sie besiegen wird. Es ist nicht das gleiche, aber es ähnelt. Im Song geht es los: „Let me introduce myself“ und das tue ich ja, mit meinem Charakter. Geschichten tendieren dazu, komprimiert erzählt zu werden, wenn sie als Form einer Kurzgeschichte entstehen. Aber auch, wie in der Musik, wo gewisse Arrangements, vielschichtige Atmosphäre herauf beschwören können, kann man Worte zwischen den Zeilen platzieren. In einer anderen Geschichte, nämlich „Abschied“ habe ich das versucht und ich glaube, da hatte ich auch Musik im Ohr. Musik ist von Menschen für Menschen, das Geschriebene auch. Musik bewegt, durch Töne, hat eine Aussage und kann dennoch für jeden einzigartig etwas symbolisieren. Wenn ich den Song „The death of a clown“ höre, sehe ich einen Mann, der nicht mehr lächeln kann. Der Song selbst muss nicht so verstanden werden. Hier mag im ersten Augenschein die Musik einen Vorteil haben, aber dem ist nicht so. Denn auch Geschichten werden interpretiert und ich schreibe auch gerne, so, dass man es auch anders fühlen kann. Gefühl ist für mich sehr wichtig und es ist nicht einfach, dem Leser das zu vermitteln, was man denkt, ohne es zu sagen. Musik hilft mir dabei. Ich öffne mich einfach, lass es aus mir heraus, während ich auf mein Herz höre, dass zur Musik schlägt. Wenn ich einem guten Leser zuhöre, dann geschieht genau das Gleiche. Worte sind einfach wie eine Blume, jeder Windstoß, zeigt dir eine andere Facette ihrer Einzigartigkeit. Genauso ist das mit der Kunst vom Schreiben. Ich denke, auch wenn so viele Handwerk ist, wie auch beim Schreiben, beim Zeichnen, beim Musizieren, so ist es doch auch, einfach nur der Weg, um das zu finden, was man selbst ist oder sein will. Dean Koontz empfiehlt am Ende seines Buches „One Door Away From Heaven“ eine CD, die er immer gehört hat. Stephen King, hört AC/DC, Rock, Hardrock, aber auch Johnny Winter. Wieder andere Autoren schreiben zu klassischer Musik und ich denke, dass die Musiker, in der zeit, da sie einen Song schreiben, in ihrem Kopf sich eine neue Melodie heraus kristallisiert, sie auch Geschichten lesen und dies sie inspiriert. Der Kreis schließt sich. Die Harmonie ist unübersehbar. Das fasziniert mich. Die Frage mag sein, inwieweit man sich inspiriert und inwiefern man nur kopiert. Man mag mir vorhalten, dass ich vielleicht hier oder da, Ideen von Songs für mich ausgeschlachtet habe, aber die Musiker, wollen auch, dass man sich mit ihren Texten auseinander setzt. Ich kann mich noch erinnern, als ich einem Deviant-Art Artist schrieb, dass ein Bild mir die Geschichte „Meeresfieber“ schenkte, er sie unbedingt lesen wollte. Ich hatte sie ihm geschickt und er schrieb, sie habe für ihn das bild vollendet, und umgedreht, hatte sein Bild für mich, die Geschichte erweckt. Kreativität ist also Unendlich, wandelt sich mit der Zeit und von Rezipient zu Rezipient. Die Malereien an den Wänden in den Höhlen, führten zu Geschichten und Gesängen. Gesänge führten wieder zu Geschichten. In allem steckt das Wort und deswegen glaube ich, das dass Wort das menschlichste ist, dass uns ausmacht. In diesem Sinne, vergessen wir nicht das Wort, ob gesungen oder gesprochen, geschrieben, oder im Bild dargestellt.
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Gedanken zum Thema Kreativität und seine Ausprägungen
Kategorie: Anderes
Erstellt von: Badfinger
Veröffentlicht am: 23.01.2004 00:12
Geändert am: 29.01.2004 11:17
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